Psychotherapie in der Schwangerschaft – Warum seelische Begleitung für werdende Mütter so wichtig ist
Eine Schwangerschaft bringt eine besondere Mischung aus Vorfreude, Veränderungen und neuen Fragen mit sich. Viele Frauen erleben diese Monate als intensiv, überfordernd und gleichzeitig bereichernd. Vieles wird neu sortiert: der eigene Körper, der Alltag, Beziehungen, Erwartungen und die eigene innere Haltung zu diesem kommenden Lebensabschnitt. Hebammen und Frauenärztinnen spielen in dieser Phase eine entscheidende Rolle. Sie begleiten medizinisch, stärken, beraten und geben Orientierung. Ihre Arbeit ist essenziell. Gleichzeitig ist ihre Zeit begrenzt, und gerade die emotionalen Aspekte der Schwangerschaft finden im medizinischen Rahmen oft weniger Platz, als man es sich wünschen würde.
Genau deshalb nutzen immer mehr werdende Mütter psychotherapeutische Begleitung während der Schwangerschaft, um all das, was innerlich in Bewegung gerät, bewusst anzuschauen.
Ein Raum für das, was sich innerlich verändert
Schwangerschaft bedeutet nicht nur körperliche Veränderung. Sie bringt auch Gedanken und Gefühle an die Oberfläche, die man vorher kaum bemerkt hat. Man kann sich gleichzeitig sicher und verunsichert fühlen, bereit und überfordert, hoffnungsvoll und nachdenklich. Psychotherapie schafft einen Ort, an dem diese unterschiedlichen Facetten und Ambivalenzen nebeneinander existieren dürfen. Eine wertvolle Möglichkeit, um offen zu sprechen und die eigenen Reaktionen und Empfindungen besser zu verstehen.
Es kann als entlastend empfunden werden, die eigenen Fragen und Gedanken in einem geschützten Rahmen anzuschauen:
Wie möchte ich als Mutter sein?
Wie verändert sich meine Beziehung?
Wie stelle ich mir die Geburt und das Leben danach vor?
Was macht diese neue Verantwortung mit mir?
Warum tauchen plötzlich Erinnerungen auf, die ich längst vergessen glaubte?
Therapie hilft, diese innere Bewegung einzuordnen – nie wertend, sondern unterstützend.
Eine Ergänzung, kein Ersatz
Wichtig ist, Psychotherapie steht in keinerlei Wettbewerb mit der wertvollen Arbeit von Hebammen oder Frauenärztinnen. Jede Profession hat ihren eigenen wichtigen Schwerpunkt. Die medizinische Begleitung sorgt dafür, dass Mutter und Kind körperlich gut versorgt sind. Die Hebamme unterstützt in praktischen, emotionalen und körperbezogenen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt.
Die Psychotherapie ergänzt dieses Netz der Fürsorge um einen wichtigen Punkt, indem sie sich ganz auf die mentale und emotionale Ebene konzentriert – auf das, was im Inneren passiert und manchmal erst auf den zweiten Blick sichtbar wird.
Nach der Geburt - eine Phase mit vielen offenen Fragen
Der Übergang nach der Geburt ist für viele Frauen ein sensibler Moment. Wenn die regelmäßigen Hausbesuche der Hebamme enden und die medizinischen Termine seltener werden, entsteht oft eine Art Zwischenraum. Der Alltag ist plötzlich sehr neu und intensiv, aber gleichzeitig bleibt wenig Gelegenheit, all das zu verarbeiten, was hinter einem liegt. In diesen Wochen zeigen sich Fragen, die im Trubel der ersten Zeit kaum Platz hatten – Gedanken zur Geburt, zu den eigenen Erwartungen, zu diesem neuen Selbstgefühl als Mutter.
Psychotherapie kann hier eine wertschätzende Begleitung sein, weil sie Raum schafft, um das Erlebte zu ordnen, Unsicherheiten auszusprechen und innerlich wieder Halt zu finden – nicht im Sinne einer Problemorientierung, sondern als ruhiger Anker in einer ohnehin bewegten Zeit.
Die Geburt als Erlebnis, das Raum braucht
Jede Geburt ist ein bedeutsames Ereignis, unabhängig ob sie wie gewünscht, überraschend oder medizinisch komplex mit unschönen Erinnerungen verbunden abgelaufen ist. Bestimmte Momente wirken nach.
Besonders, wenn es eben nicht so gelaufen ist, wie man es sich vorgestellt oder in seinem Geburtsplan festgehalten hat. Hier können sich Gefühle wie Enttäuschung gegenüber sich selbst, oder gar Wut breitmachen - auch gegenüber dem Partner. Trauer und Schock können zum nachträglichen Begleiter werden, denn die gefühlte Ohnmacht gegenüber einer so unkontrollierbaren Situation wie einer Geburt, haben die meisten von uns noch nicht erlebt. Das kann Spuren hinterlassen, die oft übersehen werden.
Die Geburtserfahrung in Ruhe zu betrachten und neu zu sortieren kann hier hilfreich sein, um wieder ein gutes Gefühl für sich selbst zu entwickeln. Den Erfahrungen und Empfindungen einen geschützten Raum zu geben und zu verarbeiten kann unterstützen wieder in die eigene innere Kraft zu gehen und seine Selbstwirksamkeit wiederzuerlangen.
Der Weg ins Muttersein – individuell und nicht planbar
Mutterwerden ist ein Prozess, kein Punkt auf der Zeitachse. Manche Schritte fühlen sich selbstverständlich an, andere brauchen Zeit. Manche Themen verschwinden von selbst, andere möchten angeschaut werden.
Psychotherapie kann in dieser Phase zu einer sinnvollen Begleitung werden: nicht als dramatisierende Intervention, sondern als verlässlicher Rahmen, der Orientierung und Stabilität gibt.
Sie hilft dabei, die eigenen Ressourcen zu erkennen, neue Klarheit zu entwickeln und diesen besonderen Lebensabschnitt bewusst zu gestalten – ohne Perfektionismus, aber mit Präsenz.
Wünscht Du Dir so eine Begleitung?
Egal ob Du noch schwanger bist, die Geburt Deines Kindes schon erlebt hast oder Dich auf Deine ganz eigene Reise zum Kinderwunsch begibst.
Ich biete eine achtsame Begleitung und Psychotherapie für jede dieser sensiblen Phasen, damit Du Dich jederzeit unterstützt fühlen darfst. Dabei arbeite ich stets empathisch und traumasensibel, besonders in der Geburtsaufarbeitung.
Kontaktiere mich gerne per Email unter hello@softground-therapie.de oder über das Kontaktformular auf dieser Website.
Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit!